Unsere Konzeption
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Pädagogisches Konzept
der Kindertagesstätte Wirbelwind e. V.
(Stand: Januar 2026)
1. Unsere pädagogischen Schwerpunkte
Grundlage unseres pädagogischen Handelns ist die Reggio-Pädagogik. Ergänzend orientieren wir uns an den Handlungsempfehlungen für Bildung und Erziehung im Elementarbereich niedersächsischer Tageseinrichtungen.
1.1 Die Reggio-Pädagogik
Die Reggio-Pädagogik entwickelte sich nach 1945 in den Krippen und Kindergärten der italienischen Stadt Reggio Emilia. Sie ist weniger ein festes Theoriemodell als vielmehr eine pädagogische Haltung, die auf grundlegenden Annahmen basiert und durch flexible Praxiselemente geprägt ist.
Zentrales Prinzip ist das Bild vom Kind als aktivem Gestalter seiner eigenen Entwicklung. Kinder lernen aus Neugier, Forscherdrang und Kreativität. Erwachsene begleiten diesen Prozess aufmerksam und unterstützend. Die Räumlichkeiten sowie die Projektarbeit sind so gestaltet, dass Kinder ausreichend Zeit haben, ihre Fantasie zu entfalten und ihre Umwelt eigenständig zu erforschen. Lernprozesse werden durch Fotos und Videos dokumentiert, die Werke der Kinder sichtbar präsentiert.
1.2 Der Bildungs- und Erziehungsauftrag in der Krippe
Bildungs- und Erziehungsarbeit ist im Kleinkindalter in erster Linie Beziehungsgestaltung. Der Aufbau zuverlässiger Beziehungen ist die Voraussetzung, damit Kinder sich sicher fühlen und Selbstvertrauen, Lernbereitschaft und Experimentierfreude entwickeln. Eine gute Begleitung frühkindlicher Lern- und Entwicklungsprozesse setzt die Haltung voraus, dass Bildung in erster Linie Selbstbildung ist.
Erziehung kann somit als Entwicklungsbegleitung verstanden werden. Dabei sorgen die wichtigen Bezugspersonen für eine Umgebung, in dem das Kind emotionale Sicherheit erfährt, seine Individualität wertgeschätzt wird, es vielfältige Erfahrungen sammelt und lernt selbstständig zu handeln und Lösungen zu finden (vgl. www.mk.niedersachsen.de\portal\downloads\Die Arbeit mit Kindern unter drei Jahren.pdf (Stand: 18.01.2016)).
1.3 Unser Bild vom Kind
„Kinder sind stark, kompetent und reich an Potenzialen.“
(Loris Malaguzzi, 1920–1994)
Wir sehen Kinder als eigenständige Persönlichkeiten, die von Geburt an neugierig sind und die Welt mit allen Sinnen entdecken möchten. Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Seine individuellen Interessen und Begabungen bestimmen den Entwicklungsweg. Kinder wachsen jedoch nicht isoliert auf, sondern sind Teil verschiedener Gemeinschaften wie Familie, Krippe und Nachbarschaft. Ihre Identität entwickelt sich maßgeblich durch Beziehungen und Kommunikation mit Bezugspersonen.
Darum ist uns besonders wichtig:
- den Kindern einen sicheren Ort zu bieten, an dem sie sich geborgen fühlen und verlässliche Beziehungen aufbauen können
- jedes Kind mit seinen Bedürfnissen, Interessen, Gefühlen und Wünschen wahrzunehmen und wertzuschätzen
- aktuelle Themen der Kinder aufzugreifen und daraus Projekte sowie passende Materialien zu entwickeln
- Lernprozesse einfühlsam zu begleiten und vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten zu ermöglichen (z. B. durch Experimente, Rollenspiele, Malen oder Matschen)
- eine anregende Lernumgebung zu schaffen, die zum Nachdenken, Ausprobieren und Finden eigener Lösungen einlädt
- den Kindern ausreichend Zeit zum Wiederholen, Vertiefen und eigenen Lernen zu geben
- soziale Interaktionen und Freundschaften innerhalb der Gruppe zu fördern
- Eltern und andere Bezugspersonen als wichtigen Teil des kindlichen Lebens einzubeziehen
1.4 Die Rolle der Erzieherinnen und Erzieher
In der Reggio-Pädagogik verstehen sich pädagogische Fachkräfte als Mitforschende. Sie geben nicht vor, sondern regen an, stellen Fragen und schaffen Lernanlässe. Wir sehen uns als Wegbegleiter, Zuhörer, Dialogpartner und Impulsgeber. Eine Atmosphäre von Respekt, Vertrauen, Wärme und Wertschätzung bildet die Grundlage unserer Arbeit. Durch Rituale und klare Strukturen geben wir den Kindern Orientierung und emotionale Sicherheit. Wir beobachten die Kinder aufmerksam, begleiten ihre Lern- und Forschungsprozesse, stellen Materialien bereit und geben bei Bedarf Impulse. Regelmäßige Reflexion im Team sowie der Austausch mit den Eltern sind für uns selbstverständlich.
1.5 Gestaltung der Räumlichkeiten
Die Räume haben für uns eine besondere Bedeutung und werden in der Reggio-Pädagogik als „dritter Erzieher“ verstanden. Sie bieten Geborgenheit und zugleich Herausforderungen. Unsere Räume regen zur Bewegung, zum Entdecken und zum selbstständigen Tun an und unterstützen die Kinder dabei, ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln.
2. Unsere pädagogische Arbeit
Zentrale Elemente der Reggio-Pädagogik sind die Projektarbeit und die Dokumentation. Ergänzend dazu haben sich weitere Strukturen und Angebote bewährt, die unseren Kita-Alltag prägen.
2.1 Tages- und Wochenstruktur
Ein klar strukturierter Tagesablauf mit festen Ritualen gibt den Kindern Sicherheit und Orientierung.
2.1.1 Tagesablauf
Die Kinder werden bis 8:30 Uhr in der Einrichtung gebracht. Um 8:45 Uhr beginnen wir den Tag mit einem gemeinsamen Frühstück. Anschließend werden die Kinder gewickelt. Um 9:45 Uhr findet der gemeinsame Morgenkreis statt. Ab 10:00 Uhr gehen wir entweder in unseren Garten oder bieten gezielte Projekte für die Kinder an. Um 11:00 Uhr essen wir gemeinsam Mittag. Danach ziehen sich die Kinder ihre Schlafanzüge an bzw. werden dabei unterstützt und erneut gewickelt. Um 12:00 Uhr beginnt der Mittagsschlaf. Alle Kinder legen sich hin. Kinder, die eingeschlafen sind, dürfen bis 14:00 Uhr schlafen. Wir wecken die Kinder nur, wenn sie sich wecken lassen. Kinder unter zwei Jahren werden grundsätzlich nicht geweckt. Ab 14:30 Uhr bieten wir einen Nachmittagssnack an.
2.1.2 Wochenstruktur
Vorwiegend in den Sommermonaten finden Waldtage statt. Je nach Wetterlage und Entwicklungsstand der Kinder besuchen wir mit unseren Lastenrädern den nahegelegenen Wald. Musikalische Früherziehung findet nach Bedarf statt. Die Kinder haben dabei die Möglichkeit, auf einfachen Instrumenten (z. B. Trommeln, Rasseln, Glocken) zu spielen, neue Lieder kennenzulernen und das gemeinsame Musizieren zu erleben. Einmal wöchentlich nehmen wir am Kinderturnen bei Hannover 96 teil. Dieses Angebot endet mit Beginn der Waldtage. An zwei weiteren Tagen in der Woche bieten wir Projekte an. Je nach Wetterlage finden diese in den Räumlichkeiten der Einrichtung oder draußen im eigenen Spielgarten statt.Formularbeginn
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2.2 Projekte
Projekte ermöglichen es Kindern, sich intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen. Sie fördern Neugier, Eigeninitiative und soziale Kompetenzen. Die Kinder erleben Lernen als entdeckenden Prozess, bei dem nicht das Ergebnis, sondern der Weg im Vordergrund steht.
Projekte können von kurzer Dauer sein oder sich über mehrere Wochen erstrecken und richten sich an einzelne Kinder, Kleingruppen oder die gesamte Gruppe. Die Projektideen entstehen aus den Interessen der Kinder oder aus gezielten Beobachtungen im Alltag und im freien Spiel.
2.3 Dokumentation
Die Lern- und Entwicklungsprozesse der Kinder werden durch Fotos, Videos und Ausstellungen dokumentiert. Diese Dokumentationen machen Lernen sichtbar und bilden eine wichtige Grundlage für Reflexion und Elterngespräche.
Entwicklungsgespräche mit den Eltern ergänzen die Dokumentation. Dabei orientieren wir uns an der Entwicklungstabelle nach Kuno Beller.
2.4 Eingewöhnung
Unser Eingewöhnungskonzept orientiert sich am Berliner Modell und hat sich über viele Jahre bewährt. Es stellt das Kind mit seinen individuellen Bedürfnissen und seinem eigenen Tempo in den Mittelpunkt und ermöglicht einen sanften und behutsamen Start in den Kita-Alltag.
Bereits acht Wochen vor Beginn der eigentlichen Eingewöhnung haben die neuen Kinder gemeinsam mit ihren Eltern die Möglichkeit, unsere Einrichtung einmal wöchentlich für jeweils eine Stunde zu besuchen. Diese vorbereitende Phase erleichtert den Einstieg erheblich, da die Kinder die Räumlichkeiten, Abläufe und pädagogischen Fachkräfte bereits kennenlernen und erste Sicherheit gewinnen können.
Während der Eingewöhnung wird jedem Kind und seinen Eltern eine feste Bezugsperson zugeteilt, die den gesamten Prozess aufmerksam und verlässlich begleitet. In den ersten drei Tagen besuchen Kind und Elternteil die Einrichtung gemeinsam für jeweils 1 1/2 Stunden. Am vierten Tag erfolgt in der Regel die erste kurze Trennung von etwa zehn Minuten. Die Eltern bleiben in dieser Zeit jederzeit erreichbar. Verläuft die erste Trennung positiv, werden die Trennungszeiten schrittweise verlängert. So kann sich das Kind behutsam in den Kita-Alltag einfinden, Vertrauen aufbauen und schließlich den gesamten Tag in der Einrichtung verbringen. Die Dauer der Eingewöhnung richtet sich dabei stets nach dem individuellen Wohlbefinden des Kindes.
2.5 Übergang in den Kindergarten
Der Übergang in den Kindergarten wird von uns sensibel begleitet. Wir besuchen gemeinsam mit den Kindern ihre zukünftige Einrichtung und bereiten den Abschied aus der Krippe altersgerecht vor. Abschlussgespräche mit den Eltern runden diesen Übergang ab.
2.6. Teamarbeit
Gute Teamarbeit ist eine zentrale Voraussetzung für qualitativ hochwertige pädagogische Arbeit und prägt die Atmosphäre in unserer Krippe maßgeblich. Sowohl in der Arbeit mit den Kindern als auch im Kontakt mit den Eltern ist uns eine wertschätzende und konstruktive Zusammenarbeit besonders wichtig. Für den Aufbau und die Weiterentwicklung unserer Teamarbeit und Teambeziehungen nehmen wir uns bewusst Zeit. Grundlage unserer Zusammenarbeit sowie unserer pädagogischen Zielorientierung ist das pädagogische Konzept, an dem wir unser Handeln ausrichten. Wir setzen uns offen mit unseren persönlichen und fachlichen Unterschieden auseinander und entwickeln daraus eine gemeinsame Sicht- und Verhaltensbasis, die unser tägliches Arbeiten trägt.
2.7. Zusammenarbeit mit den Eltern
Die Basis einer gelingenden Zusammenarbeit mit den Eltern bildet eine offene, vertrauensvolle und wertschätzende Atmosphäre. Eine engagierte Kooperation, in die Ideen und Anregungen der Eltern einfließen, bereichert unseren Kita-Alltag und trägt zu einer abwechslungsreichen und zufriedenstellenden Betreuung bei.
Diese Zusammenarbeit fördern wir unter anderem durch regelmäßige Elternabende und Elternsprechtage. Im Mittelpunkt stehen dabei der Austausch zwischen Eltern und pädagogischem Personal sowie der Dialog der Eltern untereinander. Darüber hinaus bietet der Rahmen des Vereins „Wirbelwind“ vielfältige Möglichkeiten, sich besser kennenzulernen und aktiv am Kita-Leben teilzunehmen. Eltern haben die Möglichkeit, den Verein ehrenamtlich zu unterstützen, zum Beispiel durch Einkaufsdienste, Mithilfe bei der Gartenpflege oder bei anderen anfallenden Aufgaben. Auch Feste und Elternabende zu unterschiedlichen pädagogischen Themen tragen dazu bei, dass Eltern schnell Anschluss finden, sich einbringen können und sich in unserer Einrichtung wohlfühlen.
3. Organisation und Struktur des Vereins Wirbelwind e. V.
3.1 Organisationsrahmen
Der Trägerverein Wirbelwind e. V. wurde im April 2010 gegründet. Anlass hierfür war zum einen die unzureichende Versorgung mit Krippenplätzen in Hannover. Zum anderen wollten wir Eltern die Möglichkeit schaffen, die inhaltliche Ausgestaltung und die Rahmenbedingungen der Betreuung gemeinsam mit dem pädagogischen Personal aktiv mitzugestalten.
Die Struktur und Organisation des Vereins sind in der Satzung geregelt. Der ehrenamtliche Vorstand führt die Geschäfte des Trägervereins und trägt die Verantwortung
für den Betrieb der Kindertagesstätte. Er handelt auf Grundlage der Beschlüsse der Mitgliederversammlungen.
Der Verein ist Mitglied der Kinderladen-Initiative und wird durch diese fachlich beraten.
3.2 Betreuungsform und Kindergruppe
Die Kindertagesstätte arbeitet auf Grundlage der gesetzlichen Bestimmungen gemäß § 1 KiTaG.
Die Betriebserlaubnis gilt für Kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren, mit einem Eintrittsalter ab mindestens 12 Monaten. Ein Verbleib über das vollendete dritte Lebensjahr hinaus ist
bis zum 31.Juli im laufenden Krippenjahr möglich. Neue Krippenplätze werden grundsätzlich zum August eines jeden Jahres vergeben. Im Interesse der Kinder ist eine Teilbelegung der
Betreuungsplätze nicht vorgesehen. Bei der Aufnahme neuer Kinder achten wir auf eine möglichst ausgewogene Zusammensetzung der Gruppe hinsichtlich Alter und Geschlecht. Interessierte Eltern werden
auf eine fortlaufend geführte Warteliste aufgenommen. Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben werden pro Gruppe maximal 15 Kinder von mindestens zwei pädagogischen Fachkräften
sowie einer zusätzlichen Drittkraft betreut.Die Betreuungszeiten sind von Montag bis Freitag, 7:30 Uhr bis 15:30 Uhr. Für berufstätige Eltern wird eine Sonderöffnungszeit
(Spätdienst) von 15:30 Uhr bis 16:00 Uhr angeboten.Das Mittagessen wird von einem Menübringdienst geliefert. Die vegetarischen Mahlzeiten werden täglich frisch zubereitet und
pünktlich angeliefert. Für den Mittagsschlaf steht jedem Kind ein eigener Schlafplatz zur Verfügung.
3.3 Vereinsstruktur
Der Verein Wirbelwind e. V. wird durch den Vorstand vertreten, der aus den Mitgliedern des Vereins gewählt wird. Zusätzlich gibt es das Amt des Kassenwarts, welches ebenfalls durch den Vorstand wahrgenommen wird.
Neben diesen offiziellen Ämtern werden weitere Aufgaben unter allen Vereinsmitgliedern aufgeteilt. Die jeweiligen Aufgabenbereiche sind in einer Übersicht festgehalten und werden in Absprache mit dem pädagogischen Personal ausgeführt. Neue Eltern verpflichten sich mit Eintritt in den Verein zur Mitgliedschaft und zur Übernahme mindestens eines sogenannten „Amtes“.
Die aktive Mitarbeit der Eltern ist aufgrund der begrenzten finanziellen Mittel des Vereins notwendig. Gleichzeitig ist sie bewusst Teil unseres Konzepts, um die Identifikation der Eltern mit der Einrichtung zu stärken und den Kindern gelebtes Engagement vorzuleben.
Zu den gemeinschaftlich organisierten Aufgaben zählen unter anderem:
- hauswirtschaftliche und handwerkliche Tätigkeiten,
- die Organisation von Festen und Arbeitseinsätzen,
- die Unterstützung der Kinderbetreuung während der Öffnungszeiten in absoluten Ausnahmefällen (z. B. bei Personalnotstand und fehlenden Vertretungskräften).
3.4 Finanzierung
Die Krabbelgruppe Wirbelwind finanziert sich aus mehreren Quellen. Grundlage ist der monatliche Elternbeitrag, der einkommensabhängig gestaffelt ist. Der derzeitige Höchstsatz beträgt 480,00 €, zuzüglich 30,00 € Essensgeld.
Darüber hinaus erhält der Verein eine Sockelförderung pro Kind, eine Mietbeihilfe der Stadt sowie eine Finanzhilfe des Landes.
Zusätzlich wird bei Eintritt in das Betreuungsverhältnis einmalig eine Kaution in Höhe von 220,00 € erhoben, die beim Austritt zinslos zurückerstattet wird.
3.5 Räumlichkeiten und Außengelände
Der Krabbelgruppe Wirbelwind stehen insgesamt ca. 145 m² Innenräume sowie ein 190 m² großes Außengelände zur Verfügung.
Der Innenbereich umfasst einen Gruppenraum (ca. 46 m²), einen Schlafraum sowie ein Büro, das zugleich als Mitarbeiterraum genutzt wird. Darüber hinaus gibt es eine Garderobe, eine Küche, ein Personalbad und ein Kinderbad.
Im Außenspielbereich befinden sich ein Spielhäuschen mit Sandkasten sowie eine großzügige Freifläche für Kinderfahrzeuge.
3.6 Personal
Die Einrichtung wird von der pädagogischen Leitung geführt, die derzeit zugleich Teil des Vorstandes ist. Sie stellt sicher, dass auch bei Urlaub, Fortbildungen oder längeren Erkrankungen eine ausreichende personelle Besetzung gewährleistet ist.
In der Gruppe arbeiten zwei Erzieherinnen sowie zwei sozialpädagogische Assistentinnen, wobei die
Erzieherinnen die pädagogische Leitung übernehmen. Die Mitarbeiterinnen sind in Voll- und Teilzeit beschäftigt.
Zusätzlich wird das Team durch eine Bundesfreiwilligendienstleistende des DRK sowie durch eine Reinigungskraft unterstützt.
Die Ausbildung von Praktikantinnen und Praktikanten ist Bestandteil der Aufgaben von Kindertageseinrichtungen. Daher wird das Team regelmäßig durch Erzieherinnen im Anerkennungsjahr oder durch Blockpraktikantinnen ergänzt. Die fachliche Anleitung übernimmt jeweils eine Erzieherin.
4. Schutzkonzept der Krippe Wirbelwind e. V.
Als pädagogische Einrichtung tragen wir gemäß dem Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG) eine besondere Verantwortung für den Schutz der uns anvertrauten Kinder. In unserem trägerinternen Schutzkonzept sind Maßnahmen zur Prävention und Intervention verbindlich festgelegt.
Das Schutzkonzept umfasst folgende Schwerpunkte:
- Schutzauftrag nach § 8a SGB VIII
- Sicherung der Kinderrechte
- Partizipation
- Beschwerdemanagement
4.1 Schutzauftrag nach § 8a SGB VIII
Seit Inkrafttreten des Bundeskinderschutzgesetzes im Jahr 2012 besteht eine erhöhte Verpflichtung, den Schutz von Kindern aktiv umzusetzen. Dazu gehören das Wahrnehmen von Hinweisen auf mögliche Kindeswohlgefährdungen sowie ein professioneller und verantwortungsvoller Umgang damit.
Mit der Landeshauptstadt Hannover bestehen verbindliche Vereinbarungen zum Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung. Der Krippe steht hierfür eine insoweit erfahrene Fachkraft nach § 8a SGB VIII über die Kinderladen-Initiative zur Verfügung.
Ein einrichtungsinternes Verfahren ist allen pädagogischen Fachkräften bekannt und wird regelmäßig in Dienstbesprechungen und an Studientagen reflektiert.
Bei einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung werden folgende Schritte eingehalten:
- Dokumentation aller Beobachtungen, Anhaltspunkte und Äußerungen
- Beratung im Team und mit der Leitung
- Hinzuziehen der Fachkraft nach § 8a SGB VIII, sofern eine Gefährdung nicht ausgeschlossen werden kann
- Gemeinsame Risikoeinschätzung (Team, Leitung, Fachkraft) mit ggf. Elterngesprächen, verbindlichen Vereinbarungen, Information des Jugendamtes oder Einstellung des Verfahrens
4.2 Sicherung der Kinderrechte
Grundlage unserer pädagogischen Arbeit ist die Achtung und Umsetzung der Kinderrechte, wie sie 1992 durch das Übereinkommen der Vereinten Nationen anerkannt wurden. Alle Kinder haben die gleichen Rechte – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe oder sozialem Status.
Jedes Kind in unserer Krippe hat insbesondere das Recht:
- als eigenständige Person wertschätzend, achtsam und respektvoll behandelt zu werden,
- auf eine liebevolle, unterstützende Beziehung zu den betreuenden Erwachsenen,
- auf eine fürsorgliche, stressfreie Pflege seiner körperlichen Bedürfnisse,
- auf Kontinuität, Stabilität und einen transparenten Tagesablauf,
- auf individuelle Entwicklungsbegleitung ohne Überforderung,
- auf freie Bewegung, freies Spiel und eigenständiges Erkunden seiner Umwelt,
- auf Sicherheit und Geborgenheit in einer überschaubaren Kindergruppe,
- auf Ausdruck und Begleitung seiner Gefühle,
- auf einen kontinuierlichen Austausch zwischen Eltern und pädagogischem Personal.
(Quelle: Ungarisch-deutschsprachige Pikler®-Krippen-Arbeitsgemeinschaft)
4.3 Partizipation
Partizipation bedeutet die alters- und entwicklungsangemessene Beteiligung an Entscheidungen, die das eigene Leben und das gemeinschaftliche Zusammenleben betreffen.
4.3.1 Partizipation von Krippenkindern
Partizipation von Krippenkindern heißt, ihre verbalen und nonverbalen Signale wahrzunehmen, zu verstehen und zeitnah darauf zu reagieren. Je nach Situation und Entwicklungsstand können Kinder:
- mitbestimmen,
- selbst bestimmen,
- mitwirken oder
- informiert werden.
Alltagssituationen werden entsprechend altersgerecht gemeinsam gestaltet. So entscheidet ein Kind beispielsweise beim Essen selbst, was und wie viel es essen oder trinken möchte – unter Berücksichtigung einer ausgewogenen Ernährung.
Wünsche und Kritik der Kinder finden Gehör, u. a. durch fest verankerte Rituale wie Morgenkreis, pädagogische Angebote oder Einzelgespräche. Auch Eltern oder Mitarbeitende können die Interessen der Kinder stellvertretend einbringen.
Das Kindeswohl hat stets Vorrang vor dem Recht auf Partizipation. In pflegerischen Situationen (z. B. Wickeln) wird auf die Bedürfnisse des Kindes eingegangen, ohne dabei gesundheitliche Risiken einzugehen.
4.3.2 Partizipation der Eltern
Eltern werden in alle sie betreffenden Angelegenheiten einbezogen, aktiv informiert und ernst genommen. Rückmeldungen erfolgen wertschätzend und transparent. Wenn Wünsche nicht umgesetzt werden können, werden diese nachvollziehbar begründet.
Eltern haben vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten, z. B. durch Mitgliederversammlungen, Elternabende, aktive Mitarbeit im Verein.
Der Vorstand steht Eltern ebenfalls als Ansprechpartner zur Verfügung und leitet Anregungen und Wünsche weiter
4.4 Beschwerdemanagement
Unser Beschwerdemanagement beschreibt transparente Wege, wie unterschiedliche Personengruppen ihre Anliegen äußern können. Ziel ist es, Konflikte konstruktiv und lösungsorientiert zu bearbeiten.
4.4.1 Eltern und pädagogisches Personal
Bei Unzufriedenheit oder Konflikten bestehen folgende Möglichkeiten:
- direkte Ansprache der betreffenden Person,
- Gespräch mit einer anderen pädagogischen Fachkraft,
- Einbindung des Vorstands oder erweiterten Vorstands zur gemeinsamen Klärung.
4.4.2 Eltern und pädagogische Arbeit
Rückmeldungen zur pädagogischen Arbeit können eingebracht werden über:
- Elternabende,
- Tür- und Angelgespräche,
- Elterngespräche,
- anonyme Befragungen zur Qualitätssicherung.
4.4.3 Pädagogisches Personal und Eltern
Bei Konflikten stehen folgende Schritte zur Verfügung:
- direktes Gespräch,
- Unterstützung durch den Vorstand,
- Einbindung des erweiterten Vorstands,
- ggf. externe Supervision.
4.4.4 Pädagogisches Personal untereinander
Konflikte werden zeitnah und lösungsorientiert bearbeitet, z. B. durch:
- persönliche Gespräche,
- Dienstbesprechungen,
- externe Supervision.
4.4.5 Praktikant*innen, Auszubildende, Bundesfreiwilligendienstleistende
Diese Personen können sich bei Problemen an ihre Anleitung, das Team, die Schule bzw. den Träger wenden. Bei Bedarf wird eine externe Supervision hinzugezogen.